Sonntag · 29. Januar 2012 · 14:40

Vor einiger Zeit hatte ich schon einmal den Internet Explorer von meinen Webseiten verbannt, damals anläßlich der Ankündigung, daß der IE9 nicht mehr unter Windows XP laufen wird. Inzwischen habe zwar Zugriff auf ein Win7-System und den IE9, aber das ändert nichts daran, daß der Internet Explorer in Zukunft hier nicht mehr funktionieren wird. Während der ersten Tests für das dieses Jahr anstehende kleine Facelifting von Bibra-Online habe ich festgestellt, daß das neue Design zwar auf allen aktuellen Browsern vom Firefox, Opera, bis zu Chrome und Safari und sogar auf dem iPad funktioniert, aber nicht auf dem IE9.

Die simple Konsequenz daraus ist, daß Bibra-Online nach dem Redesign entgültig nicht mehr Kompatibel zum Internet Explorer sein wird, es sei denn Microsoft unternimmt in Zukunft irgendwann mal etwas in Sachen CSS3-Unterstützung. Ich möchte nicht mehr auf die designtechnischen Vorteile von CSS3 verzichten, die so vieles einfacher machen und eine Gestaltung ermöglichen, die früher nur mit vielen Tricks und massivem Einsatz von Grafiken möglich war. Zusammen mit dem Redesign werde ich dann eine Browserweiche einbauen und wer die Seite dann mit dem Internet Explorer aufruft, wird vorher hinreichend gewarnt werden.

Wann das Redesign, oder besser gesagt, das Facelifting von Bibra-Online kommen wird, weiß ich jetzt noch nicht genau. Ich habe gerade erst mit einem reinen HTML-Test angefangen und bis das ganze auch als WordPress-Template umgesetzt ist und die anderen notwendigen Änderungen gemacht sind, werden sicher noch ein paar Monate vergehen, aber vielleicht werde ich das Blog-Template zuerst fertigstellen.

Das Redesign betrifft übrigens erstmal nur Bibra-Online, DVDLog und das Foto-Archiv sind davon (noch) nicht betroffen.

Das Jahr fängt schon gut an – mit den fiesen netzpolitischen Überresten von 2011. Wenn in den USA der Stop Internet Piracy Act und der Protect Intellectual Property Act (SOPA und PIPA) tatsächlich in Kraft treten sollten, dann kann das Internet dicht machen. Hinter diesen Gesetzen steht schlicht und einfach ein blatanter Versuch, eine massive Internet-Zensur in beispiellosem Ausmaß durchzudrücken, die nicht nur amerikanische Webseiten, sondern buchstäblich das gesamte World Wide Web betreffen. Netzpolitik.org hat einen  sehr informativen Artikel zu dem Thema geschrieben, bei dem man wirklich eine Gänsehaut bekommt. (Voll mit Links natürlich auch der entsprechende Telepolis-Artikel.)

Das wären Zustände wie in China und deshalb hat das Internet heute dicht gemacht: angeführt von der englischsprachigen Wikipedia haben sich eine ganze Menge Webseiten entschlossen, aus Protest einfach abzuschalten. Überraschend viele haben sich zu diesem drastischen Schritt entschieden und zwar nicht immer die ganze Webseite geblockt, aber oft zumindest einen deutlichen Hinweis gepostet. Netzpolitik hat eine kleine Blackout-Galerie zusammengestellt, die “Dunkelziffer” ist wahrscheinlich noch viel größer. Warum aber hier nicht? Ich kann mich der allgemeinen Meinung nur anschließen, aber bei der Besucheranzahl hätte sich der technische Aufwand für einen Protest wirklich nicht gelohnt und wahrscheinlich länger gedauert, als diesen Artikel zu schreiben.

Vielleicht sollte man so einen Protest nicht nur 24 Stunden, sondern gleich eine ganze Woche lang durchziehen, damit es auch noch in den letzten Schädel reingeht, daß eine solche Mega-Zensur purer Wahnsinn ist. Wenn SOPA und PIPA durchkommen, könnte das Internet bald wieder so aussehen wie vor fünfzehn Jahren und das Äquivalent der Bibliothek von Alexandria an Informationen und Wissen verschwunden sein – wollen wir alle uns das wirklich antun?

2011, am besten vergessen wir dieses Jahr mal ganz schnell und hoffen, daß es 2012 besser wird – so geht es mir zumindest. Aber ich will an dieser Stelle nicht weiter herumjammern und ins Detail gehen, sicher ist nur daß ich mich nicht so einfach unterkriegen lasse. Leider hat die Update-Frequenz auf meinen Webseiten aus verschiedenen Gründen dieses Jahr stark zu wünschen übrig gelassen, aber ich habe mich immerhin bemüht, die Seiten nicht völlig einschlafen zu lassen.

Im DVDLog war es dieses Jahr besonders schwierig noch am Ball zu bleiben, weil ich so wenig DVDs wie noch nie zuvor gekauft hatte und sehr oft ältere Sachen aus dem Archiv holen mußte. Die Zugriffszahlen haben dadurch natürlich auch etwas gelitten, aber tatsächlich waren es gerade die Archiv-Reviews, die viele Leute interessant fanden – besonders die immer noch nicht abgeschlossene Caper-Reihe war ein erstaunlicher Hit. Guten Anklang scheinen auch meine Tips und Reviews vom britischen Fernsehen zu finden, die ich im nächsten Jahr auf jeden Fall noch weiter fortführen werde. Ob es von diesem Jahr auch noch eine DVD-Jahresübersicht geben wird, weiß ich noch nicht – bei den wenigen DVDs lohnt sich das kaum. Vielleicht überlege ich es mir nach den Feiertagen ja noch anders, mal schauen.

Die Foto-Webseite lag auch weitgehend still, was aber nicht daran gelegen hatte, das meine Kamera kaputt war, sondern daß es nicht besonders viel zu fotografieren gab. Immerhin gibts ja ein großes Archiv, das auch immer noch gerne besucht wird und nächstes Jahr werde ich mir mal wieder mehr Mühe geben, regelmäßig in Blog-Form neue Bilder zu posten, auch wenn es wahrscheinlich noch keine kompletten Galerien sein werden.

Letztendlich wäre da noch Bibra-Online, also diese Seite hier – ich habe ja immer gesagt, daß ich hier kein Blog aufmachen will, aber letztendlich ist es dann ja doch ein Blog geworden und war es vielleicht auch schon immer. Bis auf gelegentliche Postings zum Thema Webdesign und Astronomie hat es dieses Jahr nicht mehr ausgereicht, zumal ich das parallele Posten von DVDLog-Updates jetzt auch entgültig aufgegeben habe. Nächstes Jahr werde ich hier aber das Unmögliche tun und die Axt ansetzen – es wird ein teilweises Redesign geben und die ganz alten Seiten werden verschwinden und später in einer anderen Form wieder auftreten. Das heißt aber nicht, daß die Themen rausfliegen, denn ganz im Gegenteil bleiben dann Computer, Bücher, Musik und so weiter mehr als noch zuvor Gegenstand dieser Webseite und werden irgendwann auch wieder als eigene “Microsites” integriert werden. Mehr dazu wenn es soweit ist.

Ein bißchen externes Webdesign habe ich dieses Jahr auch noch gemacht, aber hauptsächlich an einem Projekt, das noch nicht fertig ist und das ich deshalb auch noch nicht öffentlich erwähnen kann. Eine “Corporate”-Webseite für meine Webdesign-Tätigkeiten ist auch immer noch in Entwicklung, aber zumindest habe ich auf die Domain Bibra-Medien.de schonmal eine kurze Visitenkarte gepackt. Irgendwann kriege ich sicher ein Design hin, das mir richtig gut gefällt, aber bis dahin bleibt es erst einmal bei der Not-Version.

Und das wars auch schon für dieses Jahr. Ich klinke mich jetzt erst einmal webmäßig bis mindestens Mitte Januar aus und wünsche an dieser Stelle allen Freunden, Bekannten, regelmäßigen Mitlesern und zufälligen Besuchern einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr!

Es ist mal wieder soweit, WordPress 3.3 ist fertig und damit ist wie immer auch eine Update-Orgie verbunden, die ich zum Glück jetzt schon hinter mir habe. Die neue Version hat gegenüber der vorherigen Ausgabe einige interessante Neuerungen mit sich gebracht – insbesonders ist der Admin-Bereich noch schlanker geworden und macht auch auf kleineren Auflösungen jetzt keine Probleme mehr. Meine Tips zur Editor-Optimierung, die ich im September 2010 das letzte Mal gepostet hatte, funktionieren wegen dem stark veränderten CSS-Code leider nicht mehr so wie damals angegeben, aber ich habe mir das mal angeschaut und die wichtigsten beiden Änderungen wiedergefunden:

HTML-Editor: Der HTML-Quellcode-Editor verwendet vernünftigerweise schon seit Version 3.2 Consolas als Zeichensatz, aber die Zeilenhöhe ist immer noch zu groß. Die entsprechende CSS-Definition in der Datei wp-admin/css/wp-admin.css heißt jetzt textarea.wp-editor-area, zu der man die Definition line-height: 120%; hinzufügen sollte.

Visual Editor: Der Anzeige-Font des Visual Editors läßt sich immer noch nur über die CSS-Datei wp-includes\js\tinymce\themes\advanced\skins\wp_theme\content.css verändern. Hier genügt es aber jetzt, die Zeichensatzdefinition ganz am Anfang im Body-Tag von font: 13px/19px Georgia [...] auf einen gewünschten Font wie Verdana zu ändern.

Get Shortlink: Um die Beschriftung dieses oft zu großen Buttons zu ändern, muß man in der Datei /wp-admin/edit-form-advanced.php nach dem Text “Get Shortlink” suchen und ihn auf eine kürzeren Text ändern. Deaktivieren läßt sich der Buttons übrigens auch, indem man im Jetpack-Plugin das Modul WP.ME-Shortlinks ausschaltet – aber das nützt nichts, wenn man die Shortlinks trotzdem braucht und der Button trotzdem zu groß ist.

Wie immer übernehme ich keine Garantie für diese “Hacks”, man sollte also schon wissen, was man tut, wenn man in den Innereien von WordPress herumbastelt.

Vorige Tage, als das Wetter ausnahmsweise mal am frühen Abend einen Blick an den Himmel ermöglicht hat, war es mir tatsächlich gelungen, einen Überflug der gescheiterten russischen Mars-Sonde Phobos-Grunt zu beobachten! Bei Heavens-Above ist mir aufgefallen, daß die Sonde derzeit zwischen 5 und 6 Uhr Nachmittags einen sichtbaren Überflug über NRW macht. Obwohl die Helligkeit mit einer Magnitude von mehr als +1 nicht gerade optimal war und es noch nicht einmal ganz dunkel war, konnte ich die Sonde als schwachen, aber doch sichtbaren Punkt entdecken, der deutlich schneller über den Himmel zog als die ISS.

Inzwischen ist es einem Astro-Fotografen sogar gelungen, ein Bild von der Sonde zu schießen – bei mir hat es leider noch nicht einmal für eine Strichspur ausgereicht und weitere Beobachtungen waren wegen des schlechten Wetters nicht mehr möglich. Wahrscheinlich wird es auch gar keine Gelegenheiten mehr geben, denn die Überflug-Voraussagen sehen zumindest für meinen Standort nicht mehr so gut aus. Aber immerhin war es das erste Mal seit langer Zeit, daß ich ein menschengemachtes Weltraum-Gefährt außer der ISS und der Shuttles beobachten konnte. Leider ist Phobos-Grunt offenbar inzwischen praktisch aufgegeben worden, denn zumindest die ESA, die vor kurzem den ersten Kontakt aufnehmen konnte, hat weitere Versuche aufgegeben und die russische Raumbehörde ist bei der ganzen Sache ziemlich unkommunikativ geworden.

Währenddessen ist das Mars Science Laboratory der NASA weiter auf dem Weg zum Mars und braucht noch nicht mal eine Kurskorrektur, so perfekt war der Start der Sonde. Was man von Phobos-Grunt nicht behaupten kann, aber Schadenfreude finde ich dabei völlig unangebracht, angesichts der vielen Wissenschaftler, deren jahrelange Arbeit dadurch verloren gegangen ist.

Gestern hat sich die NASA ihren Platz in der Zukunft der Erforschung des roten Planeten gesichert – nach acht Jahren ist mit dem Mars Science Laboratory wieder eine Mission zum Mars unterwegs. Der Einsatz des neuen Mars-Rover Curiosity wird sich erstaunlicherweise nahtlos an die Missionen der beiden Vorgänger, Spirit und Opportunity anschließen, von denen einer immer noch fleißig auf dem Mars herumfährt und auch noch weiter herumfahren wird. Ob der neue Rover auch so langlebig ist, wird sich noch zeigen, aber der Bilderbuchstart der Atlas-Rakete hat Curiosity gestern problemlos auf den Weg zum Mars gebracht.

Zu sehen gab es den Start wie immer Live und in Farbe bei NASA TV, inzwischen auch in einer viel besseren Stream-Qualität als früher übers Web. Universe Today und wahrscheinlich auch viele andere Webseiten haben heute Abend auch noch zwei Videos vom Start und von der Separation gepostet.

Leider hat die NASA gegenüber der russischen Raumbehörde Roscosmos die Nase vorn, denn obwohl deren Mars-Sonde Phobos-Grunt inzwischen rudimentär kontaktiert werden konnte, besteht keine große Hoffnung mehr für die ambitionierte Mission, die erstmals eine Probe vom Marsmond zur Erde zurückbringen sollte. In Kombination mit dem Curiosity-Rover wäre 2012 ein noch spannenderes Jahr in Sachen unbemannter Raumfahrt geworden, aber jetzt kann man zumindestens auf die NASA-Sonde hoffen, die voraussichtlich schon im August 2012 auf dem Planeten landen und nicht nur faszinierende Bilder, sondern auch eine Menge wissenschaftliche Erkenntnisse liefern wird.

Es ist ein bißchen ein Apollo-Moment meiner Generation, genauso wie schon die Landung des Mars-Rovers Sojourner 1997 die ersten frischen Bilder des Planeten seit den Viking-Sonden der siebziger Jahre möglich gemacht hatte – die damalige Webseite ist heute sogar immer noch online. Die Landung der Mars Exploration Rover Spirit und Opportunity 2004 war mindestens genauso faszinierend und noch viel ergiebiger, denn seit gut sechs Jahren sind fast täglich neue Bilder vom Mars, darunter oft auch in 3D und als Panoramen, fast schon eine Selbstverständlichkeit.

Hoffentlich hält der bisher noch ganz flotte Rover “Oppy” noch mindestens acht Monate durch, bis sein Cousin Curiosity ankommt und die riskante Landung aushält. Damit wäre eine konstante menschliche Präsenz auf dem Mars gesichert und dürfte jegliche bisher vorhandene Rekorde der interplanetaren Forschungsreisen schlagen.

Die Medien waren im August ganz schön aus dem Häuschen, als der erste Progress-Transporter zur Internationalen Raumstation nach dem Ende der Shuttle-Ära abgestürzt war. Tatsächlich war die längerfristige Zukunft der ISS in Gefahr, aber eine sensationelle Meldung jagte die andere und es wurde schon eine menschenleere Raumstation prophezeit – sogar ein feuriger kontrollierter Absturz wie beim Vorgänger Mir wurde heraufbeschwört. Alles kam darauf an, daß die russische Raumbehörde die Fehlfunktion der Soyuz-Rakete reparieren konnte – was letztendlich auch gelungen war. Der erste unbemannte Frachtflug hatte schon Anfang November geklappt und obwohl Baikonur erst vorige Woche mit dem mißlungenen Start von Phobos-Grunt wieder einmal negativ in die Schlagzeilen geraten war, hat Roscosmos das geschafft, was viele bezweifelt hatten: der erste bemannte Flug hat die neue ISS-Expedition zur Raumstation gebracht.

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 Au weia, schon über einen Monat habe ich hier nichts mehr geschrieben… aber es gab auch nichts wirklich interessantes zu schreiben. Bis vielleicht auf den Umstand, daß das Wetter bis Anfang Oktober noch richtig gut war und ich deswegen nicht zu viel Webseiten-Kram gekommen bin… aber dafür fast jeden Abend das Teleskop auf der Balkonsternwarte einsetzen konnte. Seit Jahren war der Himmel nicht mehr so klar und mit dem Jupiter war ja ein hervorragendes Objekt zu beobachten.

Das war alles ganz faszinierend, aber gerade als mit dem Draconiden-Meteorsturm mal etwas richtig spektakuläres angekündigt wurde, war der Himmel natürlich promt komplett dicht. Siehe auch das Posting vom August über die Perseiden! Egal was am Himmel spannendes zu sehen ist, seit Jahren (und beinahe schon fast Jahrzehnten) macht uns hier im Ruhrgebiet das Wetter bei allem einen Strich durch die Rechnung – von den ganzen verpaßten Mond- und sogar Sonnenfinsternissen will ich mal lieber gar nicht reden. Aber auf der anderen Seite gibt es dann doch noch Ausnahmen, wie dieses Jahr Ende September und Anfang Oktober. Naja.

Ansonsten versuche ich zumindest DVDLog ein bißchen am Leben zu erhalten, was aber durch das ablenkende Wetter und die wenigen DVD-Käufe im Moment ein bißchen schwierig ist. Ich versuche aber weiterhin, wenigstens einmal in der Woche irgendetwas neues zu Posten, sei es eine Kritik oder etwas anderes. Die Zugriffszahlen sind eigentlich gar nicht schlecht zur Zeit, könnten aber besser sein… im Endeffekt macht es aber immer noch Spaß und ich werde die Webseite (und meine anderen Seiten) bestimmt nicht aufgeben!

Vorige Tage habe ich ja noch so furchtbar herumgejammert, daß gerade zur schönsten Meteorschauer-Zeit das Wetter in unseren Breitengeraden nie mitspielt, aber dann ist mir eingefallen, daß ich 2008 tatsächlich mal eine Perseiden-Sternschnuppe fotografiert habe! Aber die Sichtbedingungen waren bei uns früher auch besser, besonders die Lichtverschmutzung hat doch in den letzten Jahren stark zugenommen und einen richtig brillianten Sternenhimmel haben wir hier schon lange nicht mehr gesehen.

Kurz vor Beginn des Mistwetters waren wir aber gestern Abend doch schon nahe dran: ein so klaren Himmel gab es seit langem nicht mehr und da der Jupiter derzeit spät Abends im Osten steht, war es Zeit mal wieder das Teleskop abzustauben. Ich hatte es ja sicher schonmal beiläufig erwähnt, daß wir seit vielen Jahren mit einem Bresser Venus 76/700 Newton-Teleskop in den Himmel schauen. Dieses kleine Einsteigerteleskop wird auch Aldiskop oder Tchibo-Röhre genannt, weil es oft schon dort zu kaufen war – unseres kommt auch vom Kaffeeröster, aber es ist trotzdem kein Billigprodukt. Gestern hat sich der Aufbau gelohnt, denn der Jupiter war gestochen scharf mit deutlichen Wolkenbändern und allen vier Monden zu sehen. Für richtige Details reicht das 76/700 natürlich nicht aus und es ist auch fraglich, ob man mit einem größeren Teleskop hier mitten in der Stadt noch mehr sehen könnte, aber genauso wie beim Saturn kann man schon einiges am Jupiter erkennen und ein Blick in die Tiefen des Sternenhimmels ist sowieso beeindruckend.

Die erstaunlichste Entdeckung habe ich dann aber nicht mit dem Teleskop, sondern mit unserem uralten, aber guten 8×40-Fernglas gemacht: beim Herumschauen ist mir ein Wolkenfetzen aufgefallen, der aber kein Wolkenfetzen war, sondern die Andromeda-Galaxie, wie ich beim Nachschauen auf einer Sternenkarte feststellen konnte. Mir war zwar bekannt, daß Galaxien als diffuse Nebel sichtbar sind, aber ich wußte nicht, daß man die sogar schon mit einem Fernglas entdecken kann. Wahrscheinlich hatte es etwas mit den besonders guten Sichtverhältnissen zu tun, denn so etwas wäre mir bestimmt schon früher einmal aufgefallen.

Zum Schluß übrigens noch ein Tip in Sachen Astronomie-Programm: ich verwende am liebsten nicht Stellarium oder Celestia, die mehr Planetariums-Simulatoren sind, sondern das ebenfalls kostenlose Cartes du Ciel alias Skychart, weil die Darstellung übersichtlicher ist und mehr einer richtigen Sternenkarte entspricht. Wer lieber etwas in Papierform hat, dem kann ich den Kosmos Sternenführer empfehlen, ein auch für Anfänger gut geeignetes Buch, das aber leider seit 2004 nicht mehr neu aufgelegt wurde und nicht mehr ganz aktuell ist.

Ich bin ja jetzt schon einige Jahre mit meinem Webseiten im Internet präsent, aber das ist mir noch nie passiert: am 23. und 24. August ist ein Teil meiner Webseiten gehackt worden. Genauer gesagt hatte sich jemand mit einer rumänischen IP-Adresse Zugang zu den FTP-Servern von Bibra-Online.de und DVDLog.de verschafft und dort fremden Code in zahlreiche Dateien eingeschleust. Was genau dieser Code letztendlich verursacht, ist mir noch unbekannt, aber aufgefallen ist mir der Angriff zuerst, weil meine Webseiten anfingen von fremden Domains irgendetwas nachzuladen.

Ich kann aber Entwarnung geben: in einer Mords-Aktion habe ich noch gestern Abend sämtliche manipulierten Dateien durch saubere Backups ersetzt. Ich kann bei den tausenden von Dateien nicht ausschließen, daß ich dabei etwas vergessen habe, aber alles im Hauptverzeichnis von Bibra-Online inklusive den DVD-Kritiken sowie die WordPress-Installationen sind jetzt wieder sauber. Der Angriff scheint nicht von WordPress ausgegangen zu sein und es wurden sowohl reine HTML-Dateien als auch PHP-Skripte manipuliert.

Wer aber vom Abend des 23. bis zum Abend des 25. August auf Bibra-Online oder DVDLog zugegriffen hat und dem dabei etwas merkwürdiges aufgefallen ist – bitte unbedingt bei mir melden! Ich hoffe, daß ich mit meinen Webseiten durch diesen Zwischenfall keine Viren oder ähnliches verbreitet habe, aber ganz ausschließen kann ich das im Moment noch nicht. Allerdings habe ich in dieser Zeit auch auf die Webseiten zugegriffen und mein Virenscanner hat nicht angeschlagen, so daß da hoffentlich nicht drastisches passiert ist.

Im Moment bin ich noch dabei, die Scherben aufzufegen und mehr über den Angriff herauszufinden – sollte es Neuigkeiten dazu geben, werde ich mich an dieser Stelle natürlich wieder melden.

[Update vom 27.8.: Wie der Angriff zustande gekommen ist, bleibt nach wie vor völlig unklar. Mein Provider meint natürlich, daß es nur an ausgespähten Passwörtern gelegen haben kann, was ich aber auf meiner Seite wiederum hundertprozentig ausschließen kann. Was genau die manipulierten Webseiten angestellt haben, weiß ich auch noch nicht genau, da ich noch nicht dazu gekommen bin, mir die gesicherten Dateien unter kontrollierten Bedingungen anzuschauen. Auf den Webservern befinden sich aber definitiv keine infizierten Dateien mehr und es hat auch keine neuen Angriffe mehr gegeben.]

Same procedure as every year! Um den 13. August herum gibt es Sternschnuppen, denn dann hat der Perseiden-Meteorschauer seinen Höhepunkt. Aber in unseren Breitengraden kriegen wir nur selten davon etwas mit, denn Mitte August kippt fast immer das Wetter um und der Himmel ist wolkenverhangen. Ich kann mich kaum noch erinnern, wann ich das letzte Mal eine Sternschnuppe gesehen habe, aber einige Jahre ist das schon her… und auch dieses Jahr sieht es ganz mies aus. Von Fotografieren mal ganz zu schweigen – zwar habe ich ja seit einiger Zeit endlich eine entsprechende Kamera, aber bis jetzt noch nie die Gelegenheit gehabt, die auch einzusetzen.

Auch für heute Nacht sieht der Wetterbericht sehr schlecht aus und auch 2011 wird der Fluch der Perseiden im Ruhrgebiet offenbar wieder zuschlagen. Es wäre ja schön, wenigstens mal eine einzige Sternschnuppe zu sehen, aber ich glaube, das wird wieder nichts…

Es muß nicht immer unbedingt bemannte Raumfahrt sein: was Cassini-Huygens mit dem Saturn gemacht hat, wird jetzt Juno mit dem Jupiter tun. “Jetzt” ist allerdings etwas übertrieben, da die am Freitag gestartete Sonde fünf Jahre lang unterwegs sein wird und erst 2016 den Jupiter erreichen wird. Aber es gibt ja noch ganz viele andere unbemannte NASA-Missionen: zum Beispiel den Asteroiden-Jäger Dawn, der sich vor kurzem an einen Felsbrocken namens Vesta angeschlichen und schon jetzt bemerkenswerte Bilder geliefert hat. Das ist, um mal einen fiktiven Wissenschaftler namens Mr. Spock zu zitieren, wirklich faszinierend und war vor 30-40 Jahren noch echte Science-Fiction… heute ist es schlicht und einfach Wissenschaft.

Meanwhile, back on Earth: am besten gar keine Nachrichten mehr lesen, es ist sowieso nur noch deprimierend… Börsencrash hoch 10, Bürgerkriege in Libyen und Syrien, Straßenschlachten in London und in Japan strahlt es immer noch vor sich hin. Ich bin ja wirklich nicht jemand, der einfach den Kopf in den Sand steckt, aber im Moment kommt es doch ein bißchen dicke. Deshalb sage ich jetzt einfach mal: ab in die Ferien, ich will meine Ruhe haben! :-). Okay, ich bin nicht ganz weg, aber ich werde mal für den Rest des Monats in einen Ferien-Modus umschalten und hier nicht mehr viel schreiben – drüben im DVDLog habe ich noch ein paar Alibi-Updates und vielleicht eine neue Review auf Vorrat, aber ansonsten werde ich es erstmal ganz ruhig angehen lassen. Wenn jetzt nur noch der Sommer zurückkommen würde…:-)

Auf die Gefahr hin, daß sich meine Webseite langsam wie ein Space-Blog anhört… was ist eigentlich plötzlich los? Seit dem entgültigen Ende der Shuttle-Ära scheint es so, als ob aus allen möglichen Richtungen auf die bemannte und sogar unbemannte Raumfahrt eingedroschen wird. Zum Beispiel macht seit Gestern eine Horrornachricht die Runde, daß Rußland die Internationale Raumstation angeblich schon 2020 im Pazifik versenken will. Tatsächlich stammt die Nachricht, wie MSNBC berichtet, aber aus einem Interview mit Vitaly Davydov, dem Vizechef der russischen Raumfahrtbehörde, der gesagt hat, daß im Moment die langfristigen Pläne bis 2020 gehen. In einer zweiten Antwort wird außerdem gesagt, daß die Raumstation kontrolliert zum Absturz gebracht werden muß, wenn sie nicht mehr gebraucht wird. Das heißt aber noch lange nicht, daß die ISS in neun Jahren weggeworfen wird, zumal die NASA, ESA, JAXA und die anderen beteiligten Länder auch noch ein Wörtchen mitzureden haben. Keine Panik also!

Etwas Panik ist allerdings bei der Zukunft des Hubble-Nachfolgers, dem James Webb Space Telescope angebracht. Seit Anfang Juli ist das US-Repräsentantenhaus kräftig dabei, das Budget der NASA zusammenzustreichen und hat dabei auch den Rotstift beim JWST angesetzt. Das Projekt hat zwar tatsächlich große Verspätung und hat viel mehr gekostet als ursprünglich veranschlagt worden war, aber im Vergleich zu dem, was die USA für diverse Kriege ausgibt, sind das geradezu Peanuts. Wissenschaftler auf der ganzen Welt laufen seitdem Sturm gegen diese Entscheidung, denn das Hubble-Teleskop wird nicht mehr ewig halten und ohne das JWST wird es kein Mehrzweck-Weltraum-Observatoruim geben – aber ob in der derzeitigen wissenschafts-feindlichen Atmosphäre in Washington wirklich etwas zu retten ist, bleibt fraglich.

Der Guardian hatte vorgestern noch ein wundervolles Video gepostet, in dem ein gelungener Querschnitt durch die dreißig Jahre Space Shuttle gezeigt wird. Ich finde das so gelungen, daß ich jetzt einfach mal mit meinem Prinzip brechen werde, hier keine Videos zu posten:

Ganz großes Kino – genau das, was ich versucht hatte, in meinem letzten Posting auszudrücken!

Und was für ein Finale! Die allerletzte Landung der allerletzten Space Shuttle-Mission war eigentlich gar nicht so spannend, weil alles wie am Schnürchen lief und es sogar in Florida noch zu dunkel war, um richtig etwas zu sehen. Trotzdem ist es wie Science-Fiction, ein Raumschiff, das sich im Erdorbit befindet, innerhalb einer knappen halben Stunde wie ein Flugzeug landen zu sehen – das muß man erst einmal nachmachen. Mit der Landung der Atlantis geht wirklich eine dreißigjährige Ära zu Ende, die vielleicht gar nicht so schlecht war, wie gerne immer behauptet wird – aber mit der Nummer 135 ist nun entgültig Schluß.

Während in Cape Canaveral in Florida und im Kennedy Space Center in Houston gefeiert wird, scheint es, als ob ganz besonders die deutschen Medien kaum etwas damit zu tun haben wollen. So ein Jahrhundertereignis wäre früher riesige Schlagzeilen wert gewesen, aber nun wird die finale Shuttle-Landung unter “ferner liefen” abgebucht. Der Spiegel hat nur eine recycelte DPA-Meldung zu bieten, bei der Tagesschau muß man auch ziemlich weit herunterscrollen, um etwas zu entdecken und von anderen wollen wir mal lieber erst gar nicht reden. Die englischsprachigen Nachrichten-Webseiten sind erwartungsgemäß besser am Ball: die Washington Post und die New York Times haben der Landung nach kurzem Zögern einen Aufmacher auf der Hauptseite gegönnt, aber die Briten waren zuerst da: die BBC war sofort dabei und der Guardian hatte schon vor der Landung ein Special auf der Startseite postiert… und sogar Al-Jazeera hat Atlantis mit einem Artikel auf der Hauptseite die Ehre gemacht.

Tja, das wars dann erstmal – aber jetzt gibt es immer noch jede Menge Fotos und Videos zu bestaunen und mit dem Ende der Space Shuttles ist die Internationale Raumstation ja noch längst nicht Geschichte. Phil Plait hat gestern ein faszinierendes 3D-Bild des Atlantis-Starts gepostet, vorher sogar eine 3D-Aufnahme der Atlantis im Orbit und ein 3D-Bild von der ISS gibt es auch. Science-Fiction, oder was? :-)

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